Musée de la miniature et du cinéma Lyon » Décor du film Le Parfum

Jean-Baptiste Grenouille kommt 1738 auf einem Fischmarkt in Paris ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt. Daher wird er schon als Baby nicht geliebt und bleibt sein Leben lang ein Außenseiter. Aber er ist er  mit einem ausgeprägten Geruchssinn ausgestattet  und der Fähigkeit, Gerüche zu analysieren, im Gedächtnis zu speichern und sie neu zu kombinieren. Für den alten Pariser Parfumeur Baldini kreiert er erfolgreiche Duftserien, im Gegenzug erlernt er dessen handwerklichen Techniken.  Grenouille ist begeistert von dem „Verfahren, mit Feuer, Wasser und Dampf und einer ausgeklügelten Apparatur den Dingen ihre duftende Seele zu entreißen. Diese duftende Seele, das ätherische Öl, war ja das Beste an ihnen, …“ (Süskind, Parfum, Diogenes TB,1994, S. 125). Er wird Spezialist auf dem Gebiet des Destillierens mit Hilfe des Alambics.

Alambic aus einer mittelalterlichen Handschrift
Quelle:Wikipedia Makemake

Doch mit dieser Technik kann er nur die flüchtigen, ätherischen Öle gewisser Pflanzen einfangen. Nach der Gesellenzeit in Paris und weiteren 7 Jahren wird Grenouille in der Lage sein, für sich selbst einen menschlichen Duft zu erstellen. Die Menschen reagieren darauf und ihm wird klar, dass er einen „Engelsduft“ erfinden wird, aufgrund dessen er von allen geliebt werden wird. Sein Credo ist, wer die Gerüche beherrscht, der beherrscht die Herzen der Menschen.

In Grasse vervollkommnet Jean-Baptiste im Parfumeur-Atelier der verwitweten Madame Arnulfi seine Kenntnisse, denn dort lernt er drei neue Techniken kennen, die „Enfleurage“ á chaud, á froid und á l´huile zur Gewinnung von Pomaden aus Blüten durch die Absorption der Duftstoffe mit Fett.  Mit ihnen können die feinsten und flüchtigsten Düfte gewonnen und bewahrt werden.

Grenouille  ermordet 24 Jungfrauen aus Grasse, um ihren einzigartigen Geruch in fettgetränkten Tüchern einzufangen, zu konservieren und ihre Düfte zu seinem ultimativen Parfum zu kombinieren. 1766 wird Jean-Baptiste als Serienmörder zum Tode verurteilt. Doch mit seiner Duftkombination der ermordeten Mädchen berauscht er die Zehntausende Zuschauer, die sich am Tag seiner Hinrichtung auf einem Platz versammelt haben. Der Duft führt zu einer großen Liebesorgie der Massen, in dessen Folge Grenouille begnadigt wird. Da er weiß, dass die Menschen nicht ihn lieben, sondern seinen Duft, präsentiert er sich mit einer Überdosis des Parfums an seinem Geburtsort, dem Fischmarkt in Paris, den untersten sozialen Schichten, die ihn aufgrund des Geruchs so lieben und begehren, dass sie ihn aufessen. Er wurde nur 29 Jahre alt.

Hinter der Besessenheit der Romanfigur treten alle seine leiblichen Bedürfnisse in den Hintergrund. Essen und Trinken haben in seinem Leben keine Bedeutung. In einer Lebenskrise lebt er sieben Jahre allein in einer Höhle auf dem 2000 Meter hohen Plomb du Cantal in der Auvergne von Quellwasser und Salamandern und Ringelnattern, die er roh verspeist. Dazu isst er Flechten, Gras und Moosbeeren. Jean Baptiste Grenouille ist kein Cocktail zuzuordnen.  Aber dem Leser diesen spannenden, bizarren Romans empfehle ich bei der Lektüre einen „Grashopper“. Dieser Cocktail ist grün wie ein Frosch (frz. „grenouille“), denn seine Basis bildet ein Pfefferminzlikör.

Die Firmen Get und Marie Brizar sind in Frankreich für die Herstellung ihrer Pfefferminzliköre berühmt. Diese bestehen aus reinem Alkohol, Wasser, Zucker und Pfefferminzöl. Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern ausgewählter Pfefferminzpflanzen gewonnen.

Der Grashopper ist mit seinem erfrischenden Geschmack in Kombination mit dem süßen Crème de Kakao und der Üppigkeit der Sahne, eine Hommage an die ermordeten jungen Frauen. Er gilt als After-Dinner-Cocktail, ist meiner Meinung nach aber zu jeder Tages- und Nachtzeit ein passender Begleiter für diese Lektüre.

 

Grasshopper für die Romanlektüre

Quelle: Google images

3 cl Crème de Menthe grün, 3 cl Crème de Cacao weiß, 4 cl Sahne

Glas: Cocktailschale (Füllmenge: 16,3 cl)

Garnitur: keine Garnitur

Zubereitung: Cocktailschale vorkühlen. Die Zutaten mit Eiswürfeln im Shaker solange schütteln, bis dieser beschlägt. Dann sofort in die vorgekühlte Cocktailschale durch ein Sieb abgießen. Obwohl man verführt wäre, hier Minzstengel oder -blätter als Garnitur zu verwenden, ist das klassische Rezept ohne Dekoration.

 

 

 

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