Ich gebe zu, ich habe die Krimis von Donna Leon mit Kommissar Brunetti eher als einfache Massenware eingeschätzt: Krimis, die von dem Sehnsuchtsort Venedig leben und im Fernsehen durch Uwe Kockisch als Commissario ihren Charme erhalten.

Der 18. Fall „Schöner Schein“, den ich heute gelesen habe, hat mich positiv überrascht. Eine spannende Handlung, deren Zusammenhänge sich erst am Ende aufklären, kombiniert mit einem brisanten Thema, der Entsorgung von Giftmüll, konnten mich über Stunden fesseln.

Brunetti lernt Franca Marinello während eines Abendessens bei seinem Schwiegervater kennen. Unzählige Schönheitsoperationen haben ihr Gesicht zu einer Maske erstarren lassen, aber sie ist witzig, charmant und belesen.

Franca Marinello mit Commessario Brunetti im Gespräch
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Ihren Mann, den Unternehmer Maurizio Cataldo, begegnet Brunetti im Zuge der Mordermittlungen an dessen Geschäftspartner, dem Spediteur Ranzato. Alle Spuren führen zur Müll-Mafia und zu Antonio Terrasini. Seine Geliebte ist Franca Marinello. Wie so oft überschneiden sich die Kompetenzen der Polizei von Venedig mit denen der Carabinieries vom Festland. Ein ermittelnder Carabiniere Filippo Guarino wird erschossen. Doch Guido Brunetti gelingt es mit Unterstützung seines Teams, seiner Verbindungen und seinen familiären Beziehungen, letztendlich aber aufgrund seiner Kombinationsgabe, seiner Intuition und Einsatzbereitschaft die Giftfässer aufzuspüren, das Geheimnis um Franca Marinello zu lüften und die Morde aufzuklären. Nur eine Hinrichtung kann er nicht verhindern….In diesem Kriminalroman gelingt es Donna Leon immer wieder den Leser zu überraschen und die Spannung bis zum Schluss zu halten.

An jeder Ecke in Venedig gibt es sie: die Bar. Und in jeder bekommen wir die Aperitivbitters, Cocktails, die während des ganzen Tages dem Magen und der Seele gut tun. Sie werden normalerweise vor dem Essen getrunken und sollen den Appetit anregen. Das ist kein Wunder, denn in meinem Lieblingsbitter Negroni ist ein Drittel Vermouth. Das ist ein Weißwein mit folgenden pflanzlichen Aromazusätzen: Caskarilla Rinde, Chinarinde, kretischem Dost, der Engelwurz, Gewürznelke, Gallicia Rose, Johanniskraut, der indischen Kalmus Wurzel, römischer Kamille, Kardamon, Lavendel, Schwertlilie, Sternanis,  Süßholz, Sandelholz, Tonkabohne, Wermut, Zimt. Natürlich sind die Rezepte der Firmen geheim, aber bei Qualitätsprodukten sind bis zu 250 kg getrocknete Aromate für einen Brennvorgang erforderlich. Zucker und Alkohol werden hinzugefügt, damit der Vermouth 15- 16 % Volumen erhält. Roter Vermouth wird mit Karamell gefärbt.

 

Negroni
Quelle: Google images

 

3 cl roten Vermouth, 3 cl Campari, 3 cl Gin

Aperitivglas (20,4 cl), Strohhalm

Garnitur: Zitronschale

Das Aperitivglas zu drei Viertel mit Eiswürfel füllen. Den Vermouth, den Campari und den Gin in das Glas geben und mit einem Barlöffel verrühren.

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